Googelst du noch oder verstehst du schon?

Christina Kosmata & Margit Pimminger

Googelst du noch oder verstehst du schon?

Die deutsche Sprache ist – wie jede andere – einem ständigen Wandel unterzogen und die Veränderung dieser, vor allem der Gebrauch von Lehnwörtern aus anderen Sprachen, ist speziell im Bereich des World Wide Web mit seiner Vielzahl an meist englischen Fachausdrücken oftmals Anlass zu heftigen Auseinandersetzungen. Nicht nur im Web, sondern auch im Alltag selbst ist der Einfluss dieses sprachlichen Wandels deutlich spürbar.  „Morgens beim Toast schon mal die Mails checken, am Workplace die To-do-Liste abarbeiten und danach beim Body-Workout oder Sale relaxen, um die Work-Life-Balance nicht zu gefährden: Englische Begriffe haben sich so stark in den Alltag eingeschlichen, dass viele Menschen sie kaum noch als Fremdsprache wahrnehmen.“ [1] Dies gilt vor allem für unseren, westlich orientierten Kontext, doch vermutlich auch für andere Kulturen in der einen oder anderen Form. Wörter oder Formulierungen, die aus dem Englischen ins Deutsche übernommen oder  „entlehnt“ werden, werden auch als Anglizismen bezeichnet. „Der Begriff Anglizismus umfasst alle englischen Sprachvarietäten; Einflüsse speziell aus dem britischen Englisch werden auch Britizismen und solche aus dem amerikanischen Englisch Amerikanismen genannt“. [2] Nun stellt sich die Frage, warum wir Begriffe aus dem Englischen „entlehnen“?  Die Entlehnung hat verschiedene Gründe. Einer ist die Vorherrschaft der englischen Sprache in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Popmusik und Informatik, aus welchen Bezeichnungen ohne Veränderung übernommen werden, da damit ein großer „Markt“ erreicht werden kann. Als weiteres Argument gilt, dass englische Wörter nützlich sind, wo es schwieriger wäre diese durch ein deutsches Wort zu ersetzen oder zu Unverständnis führen würde.

Die Fachjury der Gesellschaft für Deutsche Sprache kürt jährlich, aus einer Sammlung von mehreren tausend Begriffen aus unterschiedlichsten Medien und Einsendungen, zehn Wörter, die die öffentliche Diskussion dominiert und ein Jahr wesentlich geprägt haben. Durchstöbert man die letzten fünf Jahre, finden sich dort durchaus sehr kreative und äußerst amüsante Begriffe. So ist „abkupfern“ veraltet, Insider sprechen jetzt von „guttenbergen“. Beim „social freezing“ handelt es sich nicht, wie vermutet werden könnte, um einen Begriff, der mit dem Web in Verbindung steht, als vielmehr um das vorsorgliche Einfrieren von unbefruchteten Eizellen ohne medizinischen Grund. Indirekt ist hier trotzdem ein Zusammenhang mit dem Internet erkennbar, da es die Unternehmen Apple und Facebook waren, die diesen Begriff prägten, indem sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern diese Möglichkeit kostenlos zur Verfügung stellen. Eines haben jedoch die vergangenen fünf Jahre gemeinsam: Jedes Jahr zierte mindestens ein Begriff die Top-Ten-Liste, der mit dem Internet und World Wide Web in Verbindung steht. „Cyberkrieg“ und „Wikileaks“ kürten 2010 die Ranking-Liste. „Big Data“ prägte das Jahr 2013, ein Jahr zuvor war es die „Netzhetze“ als Synonym für „Shitstorm“, die den deutschen Sprachraum das erste Mal beschäftigte. Ebenso darunter zu finden war 2014 die „Generation Kopf unten“, als Beschreibung für Personen, die ständig den Kopf gesenkt halten, weil sie auf ihr Smartphone starren. [3] 

Auch bei den Jugendlichen hat sich eine eigene Sprache entwickelt, dass sich zum Beispiel am Jugendwort des Jahres 2015 zeigen lässt. So beschreibt „Smombie“ (Smartphone + Zombie) nicht eine ganze Generation, sondern den Einzelnen, der wie gebannt auf sein Smartphone schaut und somit von seiner Umwelt nichts mehr mitbekommt, eben wie ein Zombie.  Weiters finden sich bereits Erklärungen zu den Abkürzungen „lol“ und „omg“, die Jugendliche zum Kommentieren in sozialen Netzwerken als auch in E-Mails oder in WhatsApp benutzen, im Oxford Dictionary. Aus all diesen Beispielen wird klar: Die Sprache ist nach wie vor einem enormen Wandel ausgesetzt, Schritt zu halten fällt schwer.

Das Vokabular rund um das Internet verbreitet sich unter IT-Experten naturgemäß schnell, doch wie sieht es beim „normalen“ User mit dem Verständnis gängiger Begriffe rund ums Web aus? Das Marktforschungsinstitut TNSInfratest ging genau dieser Frage auf den Grund und befragte 1003 deutsche Bürger und Bürgerinnen zu Bekanntheit und den Inhalt ausgewählter Begrifflichkeiten.

Das Userverständnis digitaler Begriffe hinkt der Sprachentwicklung hinterher, sogar von digitalem Analphabetismus ist die Rede.

Die Umfrage ergab, dass zwar 64 % der Befragten den Begriff „Social Media“ kennen, jedoch nur 38 % diesen auch erklären können. Trotz der zahlreichen Twitter-User kannten nur 34 % der Befragten die Begriffe „Tweet“ und „Retweet“, wobei lediglich 18 % die Begriffe richtig zuordnen konnten. Dass es sich bei „Wearables“ um elektronische Geräte handelt, die am Körper getragen werden, wussten lediglich 13 % der Probanden. Die Fachbegriffe „Tagging“ oder „Social Bookmarking“ kannten nur sechs von zehn Usern. Obwohl „Big Data” nach wie vor zahlreiche Titelblätter ziert, ist dieser Begriff für 74 %  der Befragten gänzlich unbekannt. Und sogar das allgegenwärtige „Web 2.0“, das aus dem Alltag der meisten Bürger und Bürgerinnen nicht mehr wegzudenken ist, ist als Begriff ein ungeklärtes Rätsel. [4]

Da sich durch das Web auch neue Problemstellungen ergeben, die einer öffentlichen Diskussion bedürfen, ist es jedoch notwendig, diese grundlegenden Begriffe des Webs zu verstehen. Das Wissen um die Bedeutung dieser Begriffe stellt die Voraussetzung der eigenen Meinungsbildung und in Folge der Diskussionsteilnahme und Lösungsfindung dar.

Um das Fachvokabular des Netzes besser zu verstehen, sowohl den derzeitigen Sprachgebrauch, als auch die ursprüngliche Herkunft, haben wir häufig verwendete Begriffe ausgewählt und diese ausführlich beschrieben. Durch die schnellen Veränderungen im World Wide Web, kommen ständig, um nicht zu sagen täglich, neue Begriffe hinzu. Deswegen ist dieser Auszug an Begriffen als „Web-Fibel“  zu verstehen und nicht als lückenloser Web-Wortschatz.

„Web-Fibel“

Ava·tar [ˈɛvətaːɐ̯] Substantiv, maskulin [der] Der Begriff Avatar wurde aus dem hinduistischen „Avatara“ abgeleitet und bezeichnet ursprünglich Götter, die zu den Menschen auf die Erde kommen. Im Zusammenhang mit den neuen Technologien übernimmt ein Avatar die Funktion einer künstlichen Person oder eines graphischen Stellvertreters einer Person in der virtuellen Welt.

Blog [blɔg] Neutrum oder Substantiv, maskulin [das oder der] Blog ist eine Kurzform des Begriffes „Weblog“. Weblog wiederum ist ein Mix aus den Wörtern „Web“ und „Log“. Web (englisch für Netz) steht für das Internet, Log für Logbuch, das tägliche Protokoll der Schiffskapitäne.

(Web)·Brow·ser [(web)ˈ bɹaʊ̯zə(ɹ)] Substantiv, maskulin [der] Ein Web-Browser wie Firefox oder Google Chrome ist eine spezielle Software, also ein Computerprogramm, zur Darstellung von Webseiten im Internet. Der Begriff Browser leitet sich von dem englischen Verb „to browse“ ab und bedeutet in der deutschen Übersetzung so viel wie stöbern oder blättern. Mit Hilfe eines Browsers werden somit die Inhalte des World Wide Web sichtbar.

Brow·ser-Cache [ˈbɹaʊ̯zə(ɹ) kæʃ] Substantiv, maskulin [der] Der Browser-Cache ist ein Puffer-Speicher des Webbrowsers, in dem bereits abgerufene Ressourcen (z. B. Texte oder Bilder) auf dem Rechner des Benutzers als Kopie aufbewahrt werden. Wird eine Ressource später erneut benötigt, ist sie aus dem Cache schneller abrufbar, als wenn sie erneut aus dem World Wide Web heruntergeladen werden müsste.

Cloud·(Com·pu·ting) [klaʊd (kəmˈpjuːtɪŋ)] Substantiv, feminin [die] Cloud (engl. Wolke) bezeichnet onlinebasierte Speicher- und Serverdienste. Wortherkunft: Der Begriff Cloud  wurde bereits in den 50er-Jahren für die damals gewaltigen Mainframes verwendet. In den 90er-Jahren wurde der Begriff neu aufgegriffen und diente in einer Arbeit der MIT-University in Boston als Synonym für das Internet und seine zukünftigen Möglichkeiten. Heute wird der Begriff „Cloud Computing“ für alle möglichen Anwendungen, Dienste und Möglichkeiten im Internet verwendet.

Coo·kie [ˈkʊki] Neutrum, Substantiv, maskulin [der oder das] Cookies sind kurze Textinformationen, die Webserver im Browser speichern und später wieder abrufen können. Webanbieter nutzen Cookies für vielerlei Funktionen, von spezifischen Einstellungen für Webseiten bis hin zum Verfolgen Ihres Surfverhaltens. Cookies können unterschiedlich lang im Browser gespeichert bleiben. Davon unabhängig bietet jeder Browser die Möglichkeit, sich die Cookies anzeigen zu lassen, einige oder alle zu löschen oder das Speichern von Cookies ganz zu blockieren. Wortherkunft: Weniger mit Keksen (Cookies), als eher mit deren Resten: Der Name „Cookie“ für die kleinen Textdateien ist nahe liegend, da sie tatsächlich eine Spur aus „Informationskrümeln“ überall dort hinterlassen, wo Sie sich im Internet bewegen.

Cre·a·tive Com·mons [kriˈeɪtɪv ˈkɒmənz] Substantiv, Neutrum [das] Creative Commons, kurz auch CC genannt, ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die im Internet verschiedene Lizenzverträge anbietet. Mit der Hilfe dieser Lizenzen können Urheber von Werken der Öffentlichkeit verschiedene Nutzungsrechte einräumen.

Cy·ber Bul·ly·ing [/ˈsaɪbəbʊliɪŋ] Substantiv, Neutrum [das] Cyber-Bullying (auch Cyber-Mobbing) ist das bewusste Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen mit elektronischen Kommunikationsmitteln wie dem Handy oder im Internet. Im Internet werden vor allem Foto- und Videoplattformen (z.B. Flickr oder YouTube) und Soziale Netzwerke (z. B. Facebook) für diese Angriffe missbraucht.

Cy·ber·space [ˈsa͜ibɐ̯ speɪs] Substantiv, maskulin [der] Cyberspace ist eine Kombination aus dem englischen Wort „cybernetics“, das übersetzt Kybernetik heißt und die Steuerwissenschaften beschreibt und dem englischen Begriff „space“, der übersetzt Raum bedeutet. Ein Cyberspace ist eine von Computern erzeugte virtuelle Scheinwelt, die eine fast perfekte Illusion räumlicher Tiefe und realitätsnaher Bewegungsabläufe vermittelt.

Do·main [dɔˈmeːn] Substantiv, feminin [die] Die Domain ist eine Gliederungseinheit im Internet. Sie bezeichnet den hierarchisch aufgebauten Rechnernamen. Eine Domain besteht stets aus der Top-Level-Domain (z. B. dem sog. Länderkürzel „at”), der Secondary-Domain (z. B. „gabler”) und ein bis mehreren Dienstenamen (z. B. „www”). Die Domain ist Teil des URL einer HTML-Seite.

E-Com·merce [ˈiːkɔməːs] Substantiv, maskulin [der] Als E-Commerce wird jede Art von geschäftlichen Transaktionen (z. B. Verkauf oder Kauf von Waren und Dienstleistungen) sowie elektronisch abgewickelte Geschäftsprozesse (z. B. Werbung, Onlinebanking), bei denen die Beteiligten auf elektronischem Wege miteinander verkehren und nicht durch physischen Austausch in direktem physischen Kontakt stehen bezeichnet.

Flat·rate [ˈflɛtreɪt] Substantiv, feminin [die] Als Flatrate werden in der deutschen Sprache Pauschaltarife für Telekommunikations-Dienstleistungen wie Telefonie und Internetverbindung genannt. Neuerdings wird der Begriff wegen der hohen Werbewirksamkeit auch für Pauschaltarife in anderen Bereichen verwendet, wie z. B. Flatrate-Partys oder Flatrate-Fahrkarten.

FAQ [ˌef eɪ ˈkjuː] Substantiv, feminin [die] Abkürzung für Frequently Asked Questions; häufig gestellte Fragen zu einem bestimmten Thema, die von dem Content-Anbieter auf einer separaten Webpage beantwortet werden.

Fire·wall [ˈfa͜iɐwɔːl] Substantiv, feminine oder Substantiv, maskulin [die, der] Eine Firewall (engl. Brandmauer) ist Teil eines Sicherheitskonzeptes (Software oder Hardware), das die aus dem Internet oder einem Netzwerk eingehenden Daten überprüft und dann je nach den gewählten Einstellungen blockiert oder zum Computer gelangen lässt. Eine Firewall kann außerdem verhindern, dass der Computer böswillige Software an andere Computer sendet.
IP-Ad·res·se [ˌaɪ ˈpiː ədres] Substantiv, feminin [die] Die IP-Adresse (Internet-Protokoll-Adresse) ist eine normierte Ziffernfolge, über die jeder Rechner in einem Netzwerk eindeutig identifiziert werden kann (ähnlicher einer Postanschrift). Die IP-Adresse kann einen einzelnen Empfänger oder eine Gruppe von Empfängern bezeichnen (Multicast, Broadcast).

LOL [ˌel əʊ ˈel] Abkürzung Abkürzung für: „Laughing Out Loud“ Im „Oxford English Dictionary“ steht das Lach-LOL nun auch. Als erste Fundstelle geben die Sprachwissenschaftler eine Nachricht im Usenet an, in der Eric Raymond den aktuellen Netzjargon zusammenfasst. Das „OED“ kennt LOL allerdings auch in einer anderen Bedeutung – als Abkürzung für „Little Old Lady“, die „kleine alte Dame“, zuerst 1960 nachgewiesen.

Ne·ti·quet·te [ˈnetɪket] Substantiv, feminin [die] Netiquette ist eine Wortkombination aus „Net“ (engl. Netz) und „Etiquette“ (engl. Etikette) und regelt das Verhalten in Computernetzwerken bzw. im Internet. Sie ist gewissermaßen der „Knigge“ für das Kommunizieren, Interagieren, den Umgang miteinander in Communities, in Diskussionsforen, in Chats und im E-Mail-Verkehr und zielt auf ein verantwortungsvolles Verhalten im virtuellen Raum insgesamt. Bis dato besteht allerdings keine allgemein anerkannte Version der Netiquette.

Netz·neu·t·ra·li·tät Substantiv, feminin [die] Netzneutralität bezeichnet die Gleichbehandlung von Daten bei der Übertragung im Internet und den diskriminierungsfreien Zugang bei der Nutzung von Datennetzen. Netzneutrale Internetdienstanbieter behandeln alle Datenpakete bei der Übertragung gleich, unabhängig von Sender und Empfänger, dem Inhalt der Pakete und der Anwendung, die diese Pakete generiert hat. Erfunden und durch jahrelange politische Aktivität geprägt hat den Begriff der amerikanische Jurist und Programmierer Tim Wu im Jahr 2002.

OMG [əʊ em dʒiː] Abkürzung Abkürzung für: „Oh my God! – Oh mein Gott!“ Die Lexikografen fanden Erstaunliches heraus: OMG verwendete man schon 1917. Das haben Autoren des renommierten Wörterbuchs „Oxford English Dictionary“ recherchiert. In der neuen Version des „Oxford English Dictionary“ steht nun offiziell ein Eintrag zu OMG. Und der erste Beleg in der Literaturliste, der die Anwendung von OMG dokumentiert, ist ein Brief von 1917. Darin schreibt der britische Marineadmiral John Arbuthnot Fisher an Winston Churchill zu Gerüchten über eine angebliche neue Ehrung: „Ich höre, dass eine neue Ritterwürde im Gespräch ist – O.M.G. (Oh! My! God!) – Überschüttet die Admirale damit!“

Open Source [ˈoʊpn̩ ˈsɔːs] Substantiv, feminin [die] Open Source heißt „offene Quelle“ und bedeutet, dass der Quellcode dieser Softwareprogramme frei verfügbar ist. Jeder darf die Software kostenlos aus dem Internet herunter laden, vervielfältigen, verwenden und sogar verändern. Somit bietet Open Source Software kostenlose Lizenzen und nahezu unbegrenzte Möglichkeiten der Weiterentwicklung für den individuellen Bedarf.

Phi·shing [ˈfɪʃɪŋ] Substantiv, Neutrum [das] Unter Phishing (engl. für ‚Angeln‘) versteht man Versuche, über gefälschte Webseiten, E-Mails oder Kurznachrichten an persönliche Daten eines Internet-Benutzers zu gelangen und damit Identitätsdiebstahl zu begehen. Ziel des Betrugs ist es, mit den erhaltenen Daten beispielsweise Kontoplünderung zu begehen und den entsprechenden Personen zu schaden.

Responsive Web·de·sign [rɪˈspɒnsɪv ˈwɛbdiˈza͜in] Substantiv, Neutrum [das] Das responsive Layout (Synonyme: Responsive Webdesign, Responsive Design) basiert auf flexiblen Layouts. Diese dynamischen Layouts passen sich an die verfügbare Bildschirmauflösung an. Der Inhalt eines kompletten Webauftritts wird dementsprechend skaliert (also alle Texte, Fotos und die Navigation). So kann man einen Internetauftritt auf einem großen Bildschirm als auch auf einem Smartphone betrachten.

RSS-Feed [ɛr|ɛsˈ|ɛsfiːd] Neutrum, Substantiv, maskulin [der, das] Die Abkürzung RSS steht für «Really Simple Syndication», was zu Deutsch etwa «wirklich einfache Verbreitung» bedeutet. Bei RSS-Feed handelt es sich um eine moderne Technologie im WWW, die es erlaubt, eine bestimmte Webseite zu «abonnieren». Durch ein solches Abonnement wird man automatisch informiert, wenn die Inhalte dieser Webseite aktualisiert werden. Das Angebot für RSS-Feeds wird normalerweise mit diesem Icon angezeigt.

SEO [ɛs|eːˈ|oː], [ˈzeːo], [ɛs|iːˈ|oʊ] Abkürzung Abkürzung für Suchmaschinenoptimierung (Englisch: SEO = Search Engine Optimization) ist im Online-Marketing ein Teilbereich des Suchmaschinenmarketing und umfasst alle Maßnahmen, die eine Webseite in den (unbezahlten) Ergebnislisten von Suchmaschinen weit oben erscheinen lässt.

Sex·ting [ˈsekstɪŋ] Substantiv, Neutrum [das] Sexting ist ein Kunstwort und setzt sich aus «sex» und «texting» (engl. SMS schreiben) zusammen. Sexting ist die private und freiwillige Verbreitung sexuell andeutender oder expliziter Texte und/oder erotischen Bildmaterials des eigenen Körpers über digitale Medien. Dabei muss beim Sender eine sexuelle Intention vorhanden sein.

Shit·storm [ˈʃɪtstɔːm] Substantiv, maskulin [der] Ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für ein Internet-Phänomen, bei dem sich eine Person oder eine Institution eine begrenzte Zeit lang der geballten Kritik einer großen Menge Menschen ausgesetzt sieht. Shitstorms finden in sozialen Medien statt – meist auf Facebook, Twitter und auf Blogs.

Snap·chat [snæptʃæt] Substantiv, maskulin [der] Snapchat ist eine Instant Messaging-Anwendung (= App) für mobile Endgeräte, um Bild- und Videonachrichten zu versenden. Das Wort „Snapchat“ ist eine Wortschöpfung aus „Snapshot“ (dt. Schnappschuss) und „Chat“ (dt. Plaudern, Reden). Das Besondere an der App: Die versendeten Bild- und Videodateien sind nur für eine begrenzte Zeit (mind. 1 Sekunde, max. 10 Sekunden) für den Empfänger sichtbar. Laut dem Anbieter löschen sich die Dateien dann von selbst vom Endgerät.

So·cial Book·marking [ˈsəʊʃl ˈbʊkmɑːkɪŋ] Substantiv, Neutrum [das] Social Bookmarks (selten auch in der übersetzten Form: „Soziale Lesezeichen“) sind Internet-Lesezeichen, die von mehreren Nutzern gemeinsam auf einem Server im Internet oder im Intranet abgelegt werden, sodass sie gemeinsam darauf zugreifen können, um die Lesezeichen untereinander auszutauschen.

Spam [spæm] Substantiv, maskulin oder Substantiv, feminin oder Substantiv, Neutrum [der, die, das] Als Spam oder Junk (englisch für Abfall) werden unerwünschte, in der Regel auf elektronischem Weg übertragene Nachrichten bezeichnet, die dem Empfänger unverlangt zugestellt werden. SPAM war ursprünglich ein Markenname für Dosenfleisch, der bereits 1936 entstanden ist. Während der Rationierung im Krieg war Spam eines der wenigen Nahrungsmittel, die in Großbritannien praktisch überall und unbeschränkt erhältlich waren.

Tag·cloud [ˈtæɡklaʊd] Substantiv, feminin [die] Eine Tag Cloud ist eine Linksammlung auf Webseiten, die sich in der Darstellungsform ändert und als Navigationshilfe benutzt wird. Ziel einer solchen Wort- oder Stichwortwolke ist es, dem Benutzer die Navigation zu erleichtern, ihm bestimmte, häufig genutzte, besonders interessante oder brandaktuelle Begriffe schneller zugänglich zu machen und nicht zuletzt die Anzahl der Seitenaufrufe zu erhöhen.

Track·back [ˈtrækbæk] Funktion im Internet, die es erlaubt zu überwachen, wer Beiträge bzw. Kommentare eines Blogs verlinkt.

Web-Usa·bi·li·ty [webˌjuːzəˈbɪləti] Substantiv, feminin [die] Eine Internetseite muss wie jedes andere technische Hilfsmittel bestimmten Anforderungen gerecht werden, um benutzerfreundlich zu sein. Um einige Beispiele zu nennen: Leserlichkeit, nachvollziehbare Navigation, funktionsfähige Verlinkungen. Es gilt, die Darstellung der Inhalte an die menschliche Aufnahmefähigkeit anzupassen.

Web 1.0 [web wʌn pɔɪnt ˈəʊ] Substantiv, Neutrum [das] Im Web 1.0 gab es nur wenige „Bearbeiter“ (Personen und Organisationen, die Inhalte für das Web erstellten oder Informationen bereitstellten), aber zahlreiche „Benutzer“ (Konsumenten, welche die bereitgestellten Inhalte passiv nutzten).

Web 2.0 [web tuː pɔɪnt ˈəʊ] Substantiv, Neutrum [das] Der Begriff Web 2.0 bezieht sich neben spezifischen Technologien oder Innovationen wie Cloud-Computing primär auf eine veränderte Nutzung und Wahrnehmung des Internets. Die Benutzer erstellen, bearbeiten und verteilen Inhalte in quantitativ und qualitativ entscheidendem Maße selbst, unterstützt von interaktiven Anwendungen. Um die neue Rolle des Nutzers zu definieren, hat sich mittlerweile der Begriff Prosument (engl. Prosumer) durchgesetzt. Die Inhalte werden nicht mehr nur zentralisiert von großen Medienunternehmen erstellt und über das Internet verbreitet, sondern auch von einer Vielzahl von Nutzern.

Web 3.0 [web θriː pɔɪnt ˈəʊ] Substantiv, Neutrum [das] Das Web 3.0 oder auch das semantische Web ist die Weiterentwicklung des Web 2.0. Ziel ist es, vorliegende Informationen durch Semantik (Bedeutung/Inhalt eines Wortes, Satzes oder Textes) qualitativ aufzuwerten. Dazu werden Verknüpfungen und Zusammenhänge zwischen verschiedenen Inhalten hergestellt. Entscheidend beim Web 3.0 ist es daher, die vorliegenden Daten sinnvoll zu verknüpfen und dadurch Mehrwerte für den Internetnutzer zu liefern.

Quellen

[1] http://www.mz-web.de/panorama/hintergrund-zu-anglizismen-kein-deutsch-mehr-ohne-englisch–1403442 (16.07.2016)
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Anglizismus (16.07.2016)
[3] http://gfds.de/impressum (04.06.2016)
[4] https://www.tns-infratest.com/presse/presseinformation.asp?prID=3474 (04.06.2016)

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